Autodiebstahl – nur die Teilkasko entschädigt betroffene Autobesitzer

02 Sep 2:55 pm

Sie kommen morgens aus dem Haus – und das Auto ist – einfach verschwunden! Im Zweifel zeugen nicht einmal Glassplitter einer eingeschlagenen Autoscheibe vom Verbrechen. Sie reiben sich verdutzt die Augen, schauen nochmal zu der Stelle, an der Sie gestern Abend ganz sicher den Wagen abgestellt haben. Doch es hilft alles nichts, Ihr Auto ist gestohlen worden. Das unabhängige Vergleichsportal für Autoversicherungen CHECK24 erläutert, wann Opfer von Autodieben mit Entschädigung rechnen können.

Nach dem ersten Schock wartet Arbeit auf Sie, die Behörden – und gegebenenfalls Ihre Kfz-Versicherung. Der Anzeige bei der Polizei folgt die Fahndung – meist ergebnislos. Laut dem Bundeskriminalamt tauchten 2011 von über 41.000 als gestohlen gemeldeten Fahrzeugen lediglich 5.000 wieder auf.

Nur wenige Fälle von Autodiebstahl landen im Fokus der Medien

Die Öffentlichkeit erfährt von Autodiebstählen aus den Medien meist nur, wenn die Luxusschlitten von Promis von Autodieben entwendet werden oder sich besonders makabre Diebstähle ereignen. 2012 erwischte es etwa das Auto der Ehefrau des damaligen Trainers des 1. FC Köln, Stale Solbakken. Im Januar 2013 klauten Unbekannte im Vereinigten Königreich den Chevrolet von Fußballer Paul Scholes (Manchester United) vor dessen Haustüre. Besonders dreist waren Diebe in Brandenburg. Sie entwendeten den Transporter eines Bestatters – und mit ihm zwölf darin liegende Leichen.
Glück im Unglück hat in einer solchen Situation, wer eine Kfz-Kaskoversicherung hat. Denn die Teilkasko ersetzt – anders als die obligatorische Kfz-Haftpflicht – auch Diebstahlschäden. Bei Neuwagen greift meist sogar die Neuwertentschädigung. Das bedeutet, die Autoversicherung zahlt dem Diebstahlopfer die volle Summe, die der Versicherte beim Händler für den Wagen auf den Tisch gelegt hat. Bei älteren Fahrzeugen wird dagegen der Wiederbeschaffungswert angesetzt. Diesen legt ein Gutachter der Versicherung fest. Er basiert auf dem Preis, den ein gleichwertiges Auto auf dem Gebrauchtwagenmarkt durchschnittlich kostet.

Diebstahl an Kaskoversicherung und Polizei melden

Der bestohlene Autobesitzer muss der Kaskoversicherung innerhalb einer Woche Bescheid sagen und Anzeige bei der Polizei erstatten. Nach dem Eingang der Schadensmeldung hat die Assekuranz einen Monat Zeit, um den Sachverhalt zu prüfen. Danach muss das Geld innerhalb von 14 Tagen an den Versicherungsnehmer überwiesen werden.

Taucht das Fahrzeug in der einmonatigen Bearbeitungszeit allerdings wieder auf, muss der Halter es zurücknehmen. Etwaige Beschädigungen am Wagen übernimmt die Teilkaskoversicherung. Ist diese Frist verstrichen, muss die Versicherung den Wagen jedoch nicht mehr herausgeben.
Werden mit dem entwendeten Fahrzeug Schäden verursacht – wird das Auto zum Beispiel für einen Banküberfall benutzt – haftet der bestohlene Besitzer nicht.

Kaskoschutz greift nicht bei Probefahrt und grober Fahrlässigkeit

In einigen Fällen kann die Kaskoversicherung jedoch die Leistung verweigern. Das ist etwa der Fall, wenn der Versicherte grob fahrlässig gehandelt und dadurch den Diebstahl begünstigt hat. War der Wagen zum Zeitpunkt des Diebstahls unverschlossen und steckte der Zündschlüssel, geht der Versicherte leer aus. Das Gleiche gilt bei einer Probefahrt. Denn rechtlich wird ein Diebstahl während der Testfahrt als Unterschlagung eingestuft – die Kfz-Versicherung ist damit aus der Haftung.

Wird das Auto bei einem versuchten Diebstahl beschädigt oder werden lediglich einige Autoteile entwendet, haftet ebenfalls die Teilkasko. Der Versicherungsschutz umfasst jedoch nur fest am oder im Auto verbaute Gegenstände. Bei zahlreichen Tarifen greift überdies eine Höchstsumme, bis zu der die Gesellschaft geschädigte Fahrzeugbesitzer entschädigt. Auch wird nicht der Neuwert, sondern der Zeitwert beispielsweise von Musikanlage, fest verbautem Navi oder den extrabreiten Felgen erstattet.
Autor: Sascha Rhode

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