Bei Opel bis 2014 keine Werksschließungen, aber Einschnitte lassen sich nicht vermeiden

17 Mrz 10:00 am

Die GM-Tochter Opel ist mal wieder in die Schlagzeigen geraten. In dieser Woche will sich der Vorstand treffen, um seine Sparpläne zu besprechen. Opel und Vauxhall bescherten dem Unternehmen in der Vergangenheit Milliardenverluste im dreistelligen Bereich. Daher wurde in der letzten Zeit wieder einmal das Gerücht von Werksschließungen und Stellenabbau laut. Opel-Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke wies nun die Spekulationen über Werksschließungen – betroffen sein sollten die Werke in Bochum und in Ellesmere Port – zurück. Bis 2014 sind die Opel-Standorte sicher, aber Einschnitte müsse die Belegschaft in Kauf nehmen.

Im Vorfeld besichtigte der Chef von Opel jeden einzelnen Standort. Nach Aussagen von Stracke prüfe man die verschiedensten Möglichkeiten, um die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu erhöhen. Konkrete Maßnahmen dafür sind eventuell die Streichung von Zulagen oder Lohnkürzungen. Erst zu Beginn des Jahres erhöhte das Unternehmen den Lohn um 2,7 Prozent. Man muss sehen, was die Zukunft bringt. Im nächsten Vierteljahr werden die Mitarbeiter über die ergriffenen Maßnahmen in Kenntnis gesetzt.

Der Mutterkonzern General Motors plant allerdings Tiefergreifendes. Die Produktion in Westeuropa soll drastisch heruntergefahren werden. Man will sich für einen höheren Profit mehr auf die Niedrig-Kosten-Länder konzentrieren. Indien, Mexiko, Polen, China, Brasilien und Russland sind in diesem Zusammenhang ganz vorne mit dabei. Zu 80 Prozent möchte man die Fertigung in die genannten Länder verlegen. Gleichzeitig ist eine Absatzerhöhung geplant.

Im polnischen Gliwice wird derzeit der Opel Astra produziert. Am Standort sieht man das Hochfahren der Produktion um 25 Prozent vor. Bis spätestens 2015 soll im Gegenzug dazu der Fertigungsbereich des Zafira in Bochum komplett verschwinden. In der Zukunft wird nach Willen von GM der europäische Markt zum größten Teil durch Einfuhren aus den Niedrig-Kosten-Ländern bedient. Die Entwicklung von speziellen Modellen für den Markt in Europa ist kaum mehr vorgesehen.

Durch die Übernahme von Anteilen durch GM am französischen Autobauer PSA Citroën Peugeot ist die Diskussion über Opel neu entfacht. Der Betriebsrat forderte vom Konzern eine klare Stellungnahme.

Bildquelle: Autoviva.com / Flickr

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