Bei Porsche sollen mehr Führungspositionen mit Migranten besetzt werden

25 Jan 10:00 am

Anlässlich des vor etwa 50 Jahren zwischen Deutschland und der Türkei geschlossenen Anwerberabkommens fand beim Autobauer Porsche ein Festakt mit dem Titel „Gelebte Integration bei Porsche“ statt. Das Anwerberabkommen wurde zu Zeiten des Wirtschaftsaufschwungs ins Leben gerufen. In Deutschland entwickelte sich die Wirtschaft ab Mitte der 1950er Jahre so enorm, dass es schnell an Arbeitskräften mangelte. Deshalb wurde 1955 mit Italien, 1960 mit Griechenland und Spanien sowie mit der Türkei ein Abkommen zum Anwerben von Gastarbeitern geschlossen. In der Folge wanderten Tausende von Menschen aus diesen Ländern in Deutschland ein. Im Jahre 1973 wurde die Zuwanderung gestoppt, da man sich in einer Wirtschaftskrise befand.

Ungefähr 10.000 Menschen aus 55 Ländern arbeiten bei Porsche. Das entspricht rund 14 Prozent der Belegschaft. Sie verteilen sich auf alle Abteilungen des Unternehmens. Nach Willen von Porsche-Chef Matthias Müller darf es gerne noch mehr werden. Vor allem in den Führungspositionen wünscht er sich Migranten. Ingenieure sind herzlich willkommen, aber auch im Management dürfen sich Kräfte aus zugewanderten Familien beweisen. Nach Aussagen von Müller wurde der Nachholbedarf in diesem Bereich erkannt. Künftig werde man sein Augenmerk darauf richten. Bei der Veranstaltung waren neben Matthias Müller Betriebsratschef Uwe Hück, Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) sowie der türkische Generalkonsul Mustafa Türker Ari anwesend. Insgesamt standen 1.800 Besucher auf der Gästeliste.

Porsche hat in der Zukunft noch einiges vor. In den letzten Jahren konnten sich die Modelle aus diesem traditionsreichen Haus wahrlich nicht über Aufmerksamkeitsmangel beklagen und das darf natürlich gern so weitergehen. Neue Modelle stehen bereits in den Startlöchern. Mit Kleinkram will man sich allerdings nicht abgeben. Von einem Mini – Porsche – wie man ihn im Herbst auf der IAA 2011 ankündigte – ist man inzwischen wieder abgerückt. Das passt nicht zum Image der Marke, wurde als einer der Gründe angegeben. Vielmehr wird man sich nach oben orientieren. Immerhin ist dort noch reichlich Luft vorhanden.

Bildquelle: Digo_Souza / Flickr

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