Ist Lancia noch zu retten?

11 Nov 5:23 pm
Ist Lancia noch zu retten?

Bei aller Liebe: Die Glanzzeit der italienischen Automarke Lancia scheint lange vorbei zu sein. Seit Jahren liest man über rückläufige Verkaufszahlen, der Marktanteil wird immer kleiner und brach allein im letzten Jahr in Deutschland um mehr als die Hälfte ein. Woran liegt es, dass Lancia so wenig Autos verkauft? Immerhin geht es hier um eine Marke, die mehr als ein halbes Jahrhundert lang Fahrer durch technische Finessen, innovatives Design und Detailverliebtheit begeisterte, die in den zwanziger Jahren den Tiefbettrahmen erfand, in den Siebzigern Rallye Geschichte schrieb und sich bis heute einer besonders loyalen Fangemeinde rühmen kann, die aber vor allem den Klassikern die Treue hält.

Die Talfahrt der schönen Italiener

Für eingefleischte Lancisti war der letzte wahre Lancia die Fulvia, und seit der Übernahme durch Fiat vor rund vierzig Jahren gibt es keine echten Lancias mehr. Schon der Beta Montecarlo war nur noch eine Neuauflage des Fiat X19 und trug eher aus marktpolitischen Überlegungen das Logo mit der Lanze. Was der Thema an Boden gewinnen konnte, ging durch den Kappa wieder verloren. Ein Reinfall war auch der Thesis, der mit seinem gewagten Design die Käufer verschreckte und wieder einmal bewies, dass man beim Polarisieren auch verlieren kann.
2010 waren in Deutschland drei Modelle von Lancia zu haben. Keines davon machte dem Hersteller viel Ehre oder löste bei Käufern große Begeisterung aus: Nicht der Delta, eine Kreuzung aus Kompakt- und Mittelklassefahrzeug, nicht der kleine Ypsilon, der trotz solider Technik als Einkaufskörbchen und Frauenauto verschrien ist, und auch nicht der Musa, ein eher unspektakulärer Minivan.

Neue Hoffnung durch Chrysler?

Seitdem Fiat bei der amerikanischen Marke eingestiegen ist, tragen Modelle von Chrysler in Europa das Lancia-Logo, aber das war’s auch schon. Das neue Thema ist eigentlich ein Chrysler 300, der Chrysler 200 kommt gar mit dem altehrwürdigen Namen Lancia Flavia neu auf den Markt. Bleibt abzuwarten, ob Traditionalisten sich mit solchen Konzepten anfreunden können.

Foto: dieter haugk  / pixelio.de

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