Kein Interesse an sauberer Zukunft? PSA stoppt Produktion von Elektroautos wegen geringer Nachfrage

18 Aug 10:00 am

Wegen geringer Nachfrage wurde die Produktion der PSA-Elektroautos Citroen C-Zero und Peugeot iOn vorübergehend eingestellt. Diese Mitteilung war kürzlich im Branchenblatt „Automotive News Europe“ zu lesen. Gebaut werden die Fahrzeuge bei Mitsubishi im japanischen Mizushima. Sie sind baugleich mit dem Mitsubishi i-MiEV. Bei jenem wurde vom Hersteller unlängst wegen günstigerer Batteriekosten der Preis um 5.000 Euro nach unten korrigiert.

Laut dem Marktforschungsunternehmen Jato Dynamics hat PSA im ersten Halbjahr 2012 lediglich 852 jOn und 936 C-Zero auf dem europäischen Markt an den Mann gebracht. Wann die Produktion wieder aufgenommen wird, steht in den Sternen.

Allerdings kann das Interesse an Elektrofahrzeugen nicht allein am Ergebnis von PSA festgemacht werden. Renault beispielsweise kann sich über mangelnde Aufmerksamkeit an seinem Elektro-Kabinenroller nicht beklagen. In den ersten zwei Monaten seit Markteinführung wurden nach Unternehmensangaben bereits 1.000 Fahrzeuge verkauft. Der Twizy hat einen Anschaffungspreis von 7.960 Euro. Hinzu kommt die monatliche Pauschale für die Batteriemiete. Sie liegt zwischen 50 und 72 Euro.

Die aktuelle Studie „Battery Electric Vehicles (BEV) – Market Analysis, Competitive Landscape and Forecast to 2020“ vom britischen Marktforschungsunternehmen GlobalData kommt zu dem Schluss, dass es wohl unübersehbar ist, welchen großen Einfluss die staatliche Förderung auf die Entwicklung der Märkte für Batterie-betriebene Elektrofahrzeuge hat. Die Verbraucher müssten endlich ihre Sympathie für die Fahrzeuge entdecken.

Laut der Studie haben Elektrofahrzeuge momentan nur als Zweitwagen eine Chance. Der Grund dafür sind die begrenzte Reichweite, das zu geringe Transportvolumen und die zu kleine Auswahl. Die staatliche Förderung der Fahrzeuge ist daher derzeit der wichtigste Markttreiber. Sollte eine Verbrauchernachfrage nicht einsetzen, wird dies auch in der Zukunft so bleiben. Weiterhin sei eine Unterstützung durch finanzielle Hilfen und andere Anreize nötig. Nur so könne man für die Fahrzeuggattung Interesse wecken. Fehlende Bekanntheit, überhöhte Preise und schwache Infrastrukturen müssen erst beseitigt werden, dann könnte die Verbrauchernachfrage das Geschehen auf dem Markt bestimmen. Nach Meinung der britischen Forscher sei vor Ende des Jahrzehnts mit dem Einsetzen einer solchen Marktlage allerdings nicht zu rechnen.

Bildquelle: Kurt F. Domnik / Pixelio

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