Peugeot RCZ – Jäger des Audi TT?

17 Sep 5:44 pm

2009 wurde auf der IAA in Frankfurt die Konzeptstudie des französischen 2+2-Sportcoupé RCZ erstmals der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Schon damals hatte er schnell den Spitznamen weg: TT-Jäger. 2010 kam der Peugeot RCZ auf den Markt. Da die Markteinführung nun schon wieder drei Jahre her ist, wurde es Zeit für ein wenig Modellpflege.

Deutlich sichtbare Veränderungen

Der 4.290 mm lange, 1.850 mm breite und 1.360 mm flache Peugeot RCZ hat einige deutlich sichtbare Veränderungen seit 2009 erfahren. Im Gegensatz zu seiner Weltpremiere auf der IAA 2009 hat das neue Modell, dass nun auf der IAA 2013 vorgestellt wurde, einen deutlich kleineren Kühlergrill und auch die Frontschürze des Franzosen ist deutlich verändert worden. Darüber hinaus stehen zwei weitere Außenfarben, 19-Zoll-Leichtmetallfelgen und im Innenraum eine Alcantara-/Leder-Polsterung für den Peugeot RCZ zur Verfügung.

In der Serienausstattung wurde das neue Modell mit einigen technischen Verbesserungen bereichert. So wird das neue Serienmodell des Peugeot RCZ mit einem Licht- und Regensensor daher kommen, der vor allem den Fahrkomfort und die Fahrsicherheit erhöht. Weiterhin wird es die Serienvariante mit zwei Benzinmotoren und einem 163 PS-starken Dieselmotor geben. Die Leistung des Dieselmotors kommt dabei aus einem 2,0 Liter Vierzylinder. Das maximale Drehmoment liegt bei 340 Nm auf der Vorderachse, wodurch der Peugeot RCZ eine Spitzengeschwindigkeit von 225 km/h erreicht. Wermutstropfen dabei ist, dass der Franzose selbst auf trockenen Strecken bei dieser Geschwindigkeit Probleme mit der Bodenhaftung hat.

Sportliches Fahren mit Einschränkungen

Ein Sportcoupé sollte entweder über einen Heck- oder einen Allradantrieb verfügen. Zwar bietet die Traktionskontrolle des Peugeot RCZ dem Fahrer sehr viel Sicherheit, aber sportliches Fahren ist mit dem Franzosen kaum möglich. Beim manuellen Hochschalten des Sechsgang-Schaltgetriebes legt die 1.486 Kilogramm leichte Dieselversion eine kleine Antriebspause ein, was den Fahrspaß ein wenig trübt. Auch die zu indirekte Lenkung verhindert beinahe jede Sportlichkeit beim Fahren. Der Motor des Peugeot RCZ klingt nach dem Start leider auch nicht sehr sportlich. Er ist relativ leise und die Selbstzündung wird von vielen als eher aufdringlich empfunden. Pluspunkt ist die Federung, die auch auf längeren Strecken komfortabel abgestimmt wirkt. Von Null auf 100 km/h benötigt das französische Sportcoupé 8,7 Sekunden.

Da der Peugeot RCZ offensichtlich nicht vordergründig für eine sportliche Fahrweise ausgelegt ist, kann der RCZ HDI 2.0 aber mit einem geringen Spritverbrauch punkten. Durchschnittlich 5,3 Liter auf 100 Kilometer verbraucht der Peugeot. Das schont Umwelt und Geldbeutel – was jedoch nicht das vordergründige Argument dessen Käuferschicht sein dürfte.

Schwächen im Innenraum

Vor allem für groß gewachsene Fahrer sind die großen Rückspiegel und die schwarze A-Säule des Zweitürers hinderlich – vor allem beim Durchfahren von Kurven, da in dieser Zeit der Blick des Fahrers auf das Kurveninnere gerichtet werden sollte. Insbesondere große Menschen müssen immer wieder abtauchen und unter dem großen Spiegel Hervorschauen.

Die Beinablage ist für große Menschen zu kurz geraten. Im Fonds gibt es nur zwei Notsitze, die für die meisten gar nicht mehr in Frage kommen. Besser ist es daher, die Rückbank gleich von vorneherein umzuklappen und damit das Kofferraumvolumen von 321 auf 639 Liter zu erweitern.

Fazit

Äußerlich wirkt der 30.650 Euro teure und überarbeitete Peugeot RCZ frisch und modern. Für den gleichen Preis ist sowohl der 136 PS-starke Dieselmotor als auch der 200 PS-starke Benzinmotor erhältlich. Damit dürfte für viele die Entscheidung zugunsten des 200 PS Benzinmotors ausfallen. Was dem Sportcoupé nun noch zum wirklichen TT-Jäger fehlt, ist der Allradantrieb. Über den verfügt bis jetzt nur der Audi TT.

Foto: Peugeot

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