Saab bald in chinesischer Hand?

07 Mrz 10:00 am

Seit Dezember letzten Jahres ist die Pleite des schwedischen Autoherstellers Saab offiziell. Mehr als ein Jahr hat das Traditionsunternehmen gegen den Untergang gekämpft. Schon im April 2010 wurde die Produktion von Neuwagen wegen Geldmangel eingestellt. Trotzdem wird es einfach nicht still um den Autobauer. Nun rückte eine mögliche Übernahme durch die Chinesen ins Licht der Öffentlichkeit. Der Autohersteller Youngman bekundete Interesse am Kauf des Werks in Trollhättan. Das wurde nicht etwa hinter vorgehaltener Hand spekuliert, sondern das Unternehmen lud Reporter der schwedischen Zeitung Svenska Dagbladet in die Firmenzentrale ein. Dort empfing Pang Qingnian als Chef von Youngman die Besucher höchstpersönlich. Er sprach mit ihnen über seine Pläne, in Saab über 1,3 Milliarden Euro investieren zu wollen. Ihm schweben neue Saab-Modelle vor, die ebenfalls den chinesischen Markt erobern sollen. Das Vorhaben gelänge natürlich nur, wenn der Standort erhalten bliebe, so Quingnian.

Schon als die Lichter bei Saab fast aus waren, hatte der Konzern Youngman Interesse gezeigt und Rettung in Aussicht gestellt. Er war aber nicht der einzige Interessent, der das Werk komplett übernehmen wollte. Weiterhin äußerten die Unternehmen Brightwell Holdings aus der Türkei und Mahindra aus Indien Kaufabsichten. Eine andere Möglichkeit wäre das stückweise Verkaufen der Maschinen und Gebäude. Damit würde das Werk ganz verschwinden.

Die Konkursverwalter stehen mit insgesamt 14 potentiellen Käufern in Kontakt, die am Werk beziehungsweise Teilen davon interessiert sind. Mitkonkurrent Volvo würde beispielsweise gerne das Testlabor von Saab übernehmen. Nach Möglichkeit will man das Werk als Einheit erhalten. Dafür braucht es aber sehr viel Geld, was ein Investor erst zu bezahlen bereit sein muss. Nach unbestätigten Angaben hat das chinesische Unternehmen Youngman sein letztes Gebot von umgerechnet 230 Millionen Euro noch einmal deutlich erhöht. Mit dem Verkauf des Unternehmens allein ist es nicht getan. Gleichzeitig müssen einige der aufgelaufenen Forderungen beglichen werden. Um wie viel Geld es konkret geht, ist nicht bekannt.

Bildquelle: Tim in Sydney / Flickr

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