Schwerer Abschied von den Benzin-Pferden

27 Aug 5:04 pm

Die Elektromobilität wird in vielen Ländern entschlossener unterstützt als in Deutschland. Das bewirkt dort nicht nur höhere Zulassungszahlen von Elektroautos, sondern hilft auch der einheimischen Industrie, wenn sie selbst an der Produktion solcher Fahrzeuge beteiligt ist. In Deutschland wurde mit viel Geld der Einstieg in die Elektromobilität gefördert, doch nun müsste mit den passenden Produkten und wirksamen Anreizen auch der Schritt auf die Straße gewagt werden.

Bessere Fördersituation in vielen Länder

Länder wie China, Japan oder Korea fördern den Kauf von Elektrofahrzeugen mit Steuervorteilen und Zuschüssen, die einen Vorteil bis zu 10.000 Euro bedeuten können. Damit bewirken sie nicht nur einen Kaufanreiz für diese Fahrzeuge, sondern unterstützen auch ihre Automobilindustrie, die diese Fahrzeuge schon seit geraumer Zeit in Serie produziert.

Auch in Frankreich, England oder den USA wird der Kauf von umweltschonenden Fahrzeugen mit 5.000 Euro und mehr gefördert. Dänemark, das schon mit dem Ausbau der Windkraft bewiesen hat, das es die CO?-Problematik ernst nimmt, ermöglicht finanzielle Vorteile, die einen Preisvorteil bis zu 20.000 Euro für ein Fahrzeug ergeben können. Da ist es auch kein Wunder, dass dieses Land mit dem Anteil der neu zugelassenen Elektrofahrzeuge an der Spitze liegt.

Auch in Deutschland wurde mit den Modellregionen Elektromobilität durchaus das Interesse potentieller Käufer geweckt. Diese legten auch ihre Vorbehalte bezüglich der Reichweite und der zur Verfügung stehenden Lade-Infrastruktur ab. Doch um auf ein elektrisch betriebenes Fahrzeug umzusteigen zu können, müssen auch die Kosten in einem erschwinglichen Bereich liegen. Da hilft es nicht viel, wenn die deutschen Modelle eine hochwertige Ausstattung in diesen Fahrzeugen anbieten.

Viel Geld für die Entwicklung der Elektromobilität

Einige deutsche Automobilhersteller haben schon viel Kapital in die Entwicklung der Technik von Elektrofahrzeugen investiert. Die Politik hat das in den letzten drei Jahren mit Fördergeldern in Höhe von fast 900 Millionen Euro unterstützt. Wird der letzte Schritt nicht gegangen, werden diese Investitionen nicht das bewirken, wozu sie vorgesehen waren: Eine Million Elektrofahrzeuge in Deutschland bis 2020.

Was noch fehlt sind einheimische Elektrofahrzeuge, deren Nutzwert und Kosten der Nachfrage entsprechen. Für die passenden Modelle muss die deutsche Autoindustrie sorgen. Für den Kauf kann die Regierung einen Anreiz schaffen. Es erscheint aber so, dass man in diesen Kreisen aus den Erfahrungen mit der Abwrackprämie gelernt hat und deswegen – vorerst – davon Abstand nimmt.

Wenn den Konsumenten jetzt ein Zuschuss für den Kauf von Elektrofahrzeugen gewährt wird, werden sie diesen verwenden um das für sie passende Modell zu kaufen. Dabei ist nicht garantiert, dass dieses aus deutscher Produktion stammt. Französische oder asiatische Fahrzeuge erfüllen die Anforderungen für einen Alltagsgebrauch bei einem zum Teil deutlich geringeren Preis. Vor allem aber sind diese Fahrzeuge auch jetzt schon erhältlich.

Ohne eine wirksame Förderung haben wir das Nachsehen

Mit etwas über 7000 Elektrofahrzeugen Anfang 2013 ist die Aussicht, bis 2020 eine Million Fahrzeuge auf den deutschen Straßen zu haben, gering. Deutsche Automobilhersteller glauben mehr an eine Renaissance spritsparender Verbrennungsfahrzeuge, als an den notwendigen Technologiewechsel. Am Ende werden abermals die Länder in Deutschland ihre Geschäfte mit Umwelttechnologie machen, die von ihren Regierungen beim Aufbau der Technik und der Markteinführung der Produkte ausreichend unterstützt wurden. Die deutsche Industrie darf dann vielleicht wieder die hochentwickelten Maschinen liefern, mit denen im Ausland diese Produkte hergestellt und zu uns exportiert werden.
Foto: Kurt F. Domnik / pixelio.de

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