Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ADAC – Der Verein kündigte Unterstützung an

22 Jan 9:00 am
ADAC

Nachdem der Skandal um die manipulierte Auswertung bei der Wahl zum “Lieblingsauto der Deutschen” publik wurde, ermittelt nun auch die Staatsanwaltschaft.. Der ADAC kündigt an, bei der Aufklärung mitzuwirken und die Ermittlungsarbeiten vollumfänglich zu unterstützen.

Skandal um den Gelben Engel

Offensichtlich hat der VW Golf es mit nur 3.409 Stimmen geschafft, zum Siegerauto in der Rubrik “Lieblingsauto der Deutschen” zu werden. Irgendwie wurde die Anzahl der Stimmen plötzlich verzehnfacht, wobei immer noch die Frage im Raum steht, welches Gewicht die nun angeblich über 30.000 Stimmen haben, angesichts von 19 Millionen ADAC-Mitgliedern. Das Interesse war vor der Wahl offensichtlich mehr als gering, das änderte sich schlagartig, als die Manipulation bekannt wurde. Im Raum steht die Frage, ob wirklich nur eine Wahl manipuliert wurde und ob der ADAC-Pressechef Ramstetter die Verantwortung nur übernahm, um Schaden vom Verein abzuwenden. Die Reputation des ADAC als Gesamtheit steht auf dem Spiel, wie Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen meint. Jede Statistik und jeder Test müsste auf den Prüfstand. Angesichts dieser hohen Wellen, die der Skandal schlägt, änderte der Verein sein Veralten. Während der Verleihung war noch die Rede von Vorwürfen, die scharf zurückgewiesen werden, danach kam der Ruf nach lückenloser Aufklärung und nun ist der ADAC zu Unterstützung der Staatsanwaltschaft bereit.

Welche Straftaten im Raum stehen

Die Manipulation der Zahlen an sich ist nicht strafbar, denn das Strafgesetzbuch kennt keinen Straftatbestand einer Umfragenfälschung. Auch Betrug im strafrechtlichen Sinne liegt nicht vor. Für einen Betrug hätte eine Täuschung mit der Absicht sich am Vermögen eines anderen zu bereichern vorliegen müssen. Auch steht bisher nicht fest, ob der Golf nicht tatsächlich das Lieblingsauto der Deutschen ist, wenn auch nur mit 3.000 statt mit 30.000 stimmen. Der ADAC und auch der Vorstand müssen ohnehin keinerlei strafrechtliche Verfolgung befürchten, denn niemand geht davon aus, dass die Manipulation eine offizielle Handlung des Vereins auf Anweisung des Vorstands war. Letztendlich geht es um das Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter. Diese haben auch nur etwas zu befürchten, wenn sie aufgrund einer Bestechung gehandelt haben. Es geht also um eine mögliche Vorteilsnahme oder um Bestechlichkeit, Höchststrafen von 3 beziehungsweise 5 Jahren oder Geldstrafen sind zu erwarten, aber nur, wenn ein Dritter für diese Manipulation gezahlt hat. Die Vortäuschung eines größeren Interesses an einer Umfrage als tatsächlich vorhanden war alleine, ist keine Straftat.

Transparenz muss vom ADAC selber kommen

Das Versprechen die Staatsanwaltschaft vollumfänglich zu unterstützen gehört zur Imagepflege des ADACs, wird aber nicht ausreichen, denn Verbraucher wie Mitglieder erwarten Transparenz.. Die Verflechtungen innerhalb des Konzerns und mit dem Verein müssen offengelegt werden. Das Versprechen, dass die anderen Preise beim Gelben Engel nicht manipuliert wurden, nützt wenig um das Vertrauen wieder herzustellen. Fakten und Tatsachen müssen auf den Tisch und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Damit das Vertrauen wieder hergestellt werden kann, gehört mehr dazu, als dem Staatsanwalt beim Ermitteln zu helfen.

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