TÜV-Termin verschlafen? Das wird in Zukunft teuer!

24 Mrz 10:00 am

Die regelmäßig anstehende, technische Hauptuntersuchung ist für jeden Autobesitzer ein Graus und nicht selten kam es vor, dass man gerne einmal den TÜV-Termin verschlief und stattdessen einige Tage, Wochen und sogar Monate zu spät in der Werkstatt erschien, um sich seine Plakette abzuholen. Solange man mit einer überschrittenen TÜV-Plakette nicht von der Polizei erwischt wurde, passierte eigentlich nicht viel. Vor einigen Jahren gab es zwar schon einmal eine Änderung der Richtlinien, dass man bei einem verspäteten Erscheinen zum Termin die versäumte Zeit bis zum nächsten TÜV-Termin abgezogen bekam, aber eine Wirkung hatte das bei den Autofahrern kaum. Nach wie vor nahm man die notwendige Hauptuntersuchung nicht allzu ernst und erschien mit Vorliebe zu spät. Was machte es denn, wenn der Auspuff durchgerostet war oder die Bremsen nur noch einseitig funktionierten, weil die Bremsbeläge eigentlich schon gar nicht mehr zu sehen waren? Solange man noch vorwärts fahren konnte, war doch alles in Butter und an mögliche Gefahren dachte man nicht.

Jetzt ist der Schlendrian allerdings vorbei. Der Bundesrat hat einen Beschluss erlassen, wonach die Hauptuntersuchung für das Auto reformiert werden soll. Zuerst einmal ist demnach die versäumte technische Überprüfung mit höheren Kosten verbunden. Gleichzeitig soll diese aber auch effektiver werden.

Ab 1. Juli 2012 treten die Neuerungen voraussichtlich in Kraft. Ist man länger als zwei Monate überfällig, muss man einen Gebührenaufschlag von 20 Prozent zahlen. Als Grund wurde die Notwendigkeit genannt, dass eine tiefergehende Untersuchung nötig wäre. Die Rückdatierung auf den ursprünglichen Termin der Prüfung entfällt. Die TÜV-Plakette ist ab dem Monat, in dem die Untersuchung tatsächlich stattgefunden hat, zwei Jahre lang gültig. Des weiteren ist ein einheitliches System der Mängelerfassung vorgesehen, das für alle Prüforganisationen gilt.

Der ADAC hat sich gegen den Gebührenaufschlag ausgesprochen. Von Abkassieren war die Rede. Bundesumweltministerium und Bundesverkehrsministerium sprechen dagegen von keiner Mehrbelastung für den Bürger. Die Geltungsdauer der TÜV-Plakette von zwei Jahren ab Tag der Untersuchung würde den Aufschlag wieder aufheben.

Neu zugelassene Fahrzeuge werden künftig mit besseren Diagnosegeräten überprüft, um die umfangreiche Elektronik effizienter testen zu können. Ferner ist eine kurze Probefahrt geplant, damit die umfangreichen Sicherheitssysteme auf ihre Funktionalität gesichtet werden können. Störungen am ABS-Sensor können so gleich behoben werden.

Bildquelle: tuev_sued / Flickr

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