Reifendruck-Kontrollsystem: Beim Winterreifenwechsel wird es jetzt teuer

22 Okt 9:52 am
Reifendruck Systeme werden Pflicht

Foto: Goodyear

Ab dem 1. November 2014 müssen alle neu zugelassenen Pkw und Wohnmobile in der Europäischen Union (EU) serienmäßig über ein Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS) verfügen. Das verlangt die EU-Verordnung Nummer 661/2009. Das schont den Reifen, wird für viele Autofahrer aber teuer.

Fahrzeughalter müssen zahlen

Der Reifenwechsel wird teuer. Zumindest, wenn der Neuwagen mit einem direkt messenden RDKS ausgestattet ist. Denn beim Wechsel auf neue Winterräder müssen Fahrzeughalter, deren Auto über dieses direkt messende System verfügt, zusätzlich zu den neuen Reifen und dem Satz Stahlfelgen oder Alufelgen auch einen zweiten Satz Sensoren kaufen. Nach Angaben des ADAC kommen auf die Autofahrer Mehrkosten zwischen 300 und 350 Euro für Einbau und Programmierung der Sensoren zu. Bei Fahrzeugen mit indirekter Messmethode entstehen dagegen keine weiteren Kosten. Die Mehrheit der Montagepartner rechnet allerdings nur mit einem Aufpreis von 120 bis 250 Euro – je nach Fahrzeugtyp.

Das RDKS war bislang nicht Bestandteil der Typzulassung. Aus diesem Grund konnte es außer Betrieb genommen werden, zum Beispiel bei beim Umstieg von Sommer- auf Winterreifen. Das ist ab November aber nicht mehr erlaubt.

Korrekter Reifendruck wichtig

Dabei hat ein korrekter Reifenfülldruck eine zentrale und vielfach unterschätzte Bedeutung für den wirtschaftlichen und sicheren Betrieb des Wagens. Doch die regelmäßige Reifendruckprüfung kommt im Alltag häufig zu kurz und Reifenluftverluste bleiben oft lange Zeit unbemerkt. Zu geringer Reifenfülldruck jedoch erhöht nicht nur den Rollwiderstand des Reifens und damit auch den Kraftstoffverbrauch. Auch die Laufleistung zu gering befüllter Reifen reduziert sich. Ein Minderdruck von 20 Prozent zieht einen Laufleistungsverlust von rund 15 bis 30 Prozent nach sich. Wer also auf den sparsamen Betrieb seines Fahrzeuges achtet, schenkt dem korrekten Reifendruck erhöhte Aufmerksamkeit. Dabei ist sowohl das direkte als auch das indirekte RDKS hilfreich, schlägt es doch bei Luftverlust Alarm.

Auf den Reifen kommt es an

Autobesitzer sollte zudem beim Kauf die Qualität der Pneus im Blick haben. Denn Winterreifen Testsieger weisen einen um 18 Metern kürzeren Bremsweg auf als schlechte Reifen. Das hat eine Untersuchung der Stiftung Warentest in Zusammenarbeit mit Verbraucherorganisationen, dem ADAC und weiteren europäischen Automobilclubs ergeben. Nur acht der getesteten 28 Winterreifen schnitten “gut” ab, sechs erhielten hingegen das Siegel “mangelhaft“. Geprüft wurde in sieben Disziplinen: Die Tester schauten vor allem auf das Fahrverhalten auf nasser und trockener Fahrbahn sowie bei Schnee und Eis. Zudem ging es um Kraftstoffverbrauch, Verschleißfestigkeit sowie Geräuschemissionen der Reifen. Bevor Autofahrer also günstige Reifen online bestellen, sollten sie sich über die Fahr- und Bremseigenschaften des gewünschten Reifens informieren.

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